Grund ist angeblich das starke Wirtschaftswachstum und der damit steigende Elektrizitätsbedarf. Der nationale Stromversorger Eskom hat in den vergangenen Tagen mehrfach in Teilen des Landes den Strom abgeschaltet, um einen vollständigen Blackout zu vermeiden – nur leider ohne Vorankündigung.

Die Gondel am Tafelberg - als noch alles in Ordnung war
Es ist ja auch irgendwie romantisch – mal so ohne Strom zu sein. Nicht aber, wer sich zu diesem Zeitpunkt in der Gondel des Tafelberges befindet. Als gegen 20 Uhr am vergangenen Montagabend die Lichter in Kapstadt ausgingen, stoppte auch abrupt die Gondel am Tafelberg. Knapp hundert Passagiere saßen fest – unter ihnen eine Stadt im Dunkeln und der tiefe Abgrund. Dazu ein Wind, der in dieser Jahreszeit ordentlich durch die Stadt fegt.
Zwar sprang der Notgenerator an, doch durch einen Fehlmechanismus blieb die eine Gondel genau vor der Bergstation stecken und die andere Seilbahn konnte im Tal nicht andocken. Die rund 40 Passagiere der unteren Gondel mussten die vier Meter bis zum Boden abgeseilt werden. Die Insassen der oberen Gondel verließen nach etwa zwei Stunden mit Hilfe von Rettungskräften über das Dach die Seilbahn. Rund 900 weitere Touristen mussten auf dem Gipfel ausharren und konnten vermutlich nicht mehr die eigentlich so malerische Aussicht auf 1085 Metern genießen. Letztlich wurde niemand verletzt.
Mein Vorschlag ist das Wahrzeichen Kapstadts zu besteigen und auf die seit 1929 existierende und 1997 erneuerte Schweizer Seilbahn zu verzichten. Je nach Kondition dauert der Aufstieg zwischen zwei und drei Stunden – jedoch nicht unbedingt in den Sommermonaten. Oftmals ist dann die Sicht schlecht und der Weg zum Kraxeln kann gefährlich nass sein. Denn feuchte Luftmassen, die vom Meer Richtung Tafelberg strömen, bilden häufig das so genannte „Tablecloth” („Tischtuch“). Es bilden sich Wolken, die regelrecht am Tafelberg kleben bleiben. An den Nord- und Westhängen des Berges macht sich hingegen ein trockenwarmer Fallwind bemerkbar – vergleichbar mit dem Föhn in den Alpen.

Der Tafelberg, die Touristenattraktion Nr 1
Für Geologen ist der Tafelberg ein Paradies. Der ach so majestätische Berg ist nämlich rund 600 Millionen Jahre alt und war ungefähr fünfmal so hoch wie heute. Sein heutiges Aussehen verdankt er der Wind- und Wassererosion. Durch Spalten und Risse im Sandstein konnte Wasser eindringen und den Fels aushöhlen. Dadurch entstanden die größten Sandsteinhöhlen der Welt. Also der Berg ruft!
