Kapstadt ist wirklich ein wahrer Gaumenschmaus - kommt doch einfach mit auf eine kleine kulinarische Reise ans Kap.
Ich sitze im "Melissa's" in der Kloof Street. Es ist alles ganz schön hip hier. Die Gegend erinnert mich an die „Castingallee“ in Berlin. Exzentrische Klamottenshops, verstaubte Trödelläden, chillige Cafés und Restaurants reihen sich auf der ca. 1.5 Kilometer langen Straße aneinander. Ich trinke Latte Macciato natürlich - was sonst! Das "Melissa's" ist ein wunderbarer kleiner Delikatessenladen. Es riecht nach mediterraner Küche und ich bin vom Mittagsbuffet begeistert. Frischer Ruccolasalat mit getrockneten Tomaten, Couscous, Quiche Lorraine, Datteln umhüllt mit Parmaschinken, warmes Ciabatta und und und. Das Beste: Das Essen wird nach Gramm abgerechnet. Endlich mal eine clevere Idee im Zeitalter des Brunchens und all you can eat.
Das "Melissas", eine wunderbarer kleiner Deli-ShopIch schaue aus dem Fenster. Vor mir der mächtige Tafelberg und auf der Kloofstreet heißt es gesehen und gesehen werden. Die coolen Webdesigner mit Umhängetaschen und Pilotenbrillen zwinkern den süßen Modestudentinnen in gepunkteten Röcken mit braunen Leggins und zerfranztem Pony zu.
Nur ein paar Häuser weiter befindet sich das Toni’s mit mosamikanischer und portugiesischer Küche. Es ist gemütlich, kleine Tische mit karierter Decke, ein Kamin und irgendwie gar nicht so stylisch – Wohnzimmeratmosphäre eben. Man möchte die Schuhe ausziehen und die Füße hochlegen. Wir sitzen direkt am offenen Kamin. Die Garnelen sind die Spezialität des Hauses. Wir nehmen aber ein Curry aus Mosambik und trinken den Hauswein. Toni, der Besitzer, kommt vorbei und bringt uns sein selbst kreiertes Mousse Au Cocolat vorbei. Er erzählt von Portugal und beichtet, dass er Buchhalter ist – gar kein Koch. Kochen ist ganz einfach seine Leidenschaft und das schmecken wir. Vor allem beim hausgemachten Mousse au Chocolat. Es ist das Beste, was ich je gegessen habe. Schon deshalb lohnt sich ein Besuch im "Toni's".
Ein weiteres kulinarisches Highlight befindet sich in der Longstreet. Das „Masala Dosa“ ist ein winziges indisches Restaurant. Es ist schlicht, ganz weiß, nur von den Decken hängen kitschige bunte Lampen. Hier gibt es dass beste indische Curry der Stadt. Ich probiere Lamm. Dazu gibt es kein Reis. Dafür eine Art Naan-Brot, riesig groß und flach. Hier rollen wir die Saucen und das Curry ein und schlürfen dabei Lassi. Indien ist plötzlich so nah.
Es wird gebrutzelt - überall im LandZu den größten kulinarischen Highlights hier zählt natürlich das heiß geliebte Braai, also Grillen auf südafrikanisch. Es ist eine Art Kunst, ein Ritual. Hier brutzeln Antilopen oder Strauße über der heißen Glut. Fast jeder Südafrikaner besitzt einen Außengrill, also einen integrierten Grill in der Hauswand mit Abzug. Wir auch! Und deshalb laden wir mal wieder ein nach Sunset Beach.
Es ist ein warmer Samstag, die Sonne will gleich untergehen und wir möchten dabei zu schauen. Bevor das Fleisch auf den Grill geworfen wird, nehmen wir eine Flasche Wein, Bier und Milo mit zum Strand. Die Sonne erlischt langsam im Ozean. Am Horizont zieht ein riesiges Containerschiff entlang. Wir fragen uns, wohin es fährt und wie viele Container auf diesem Schiff sind. Wir schließen Wetten ab. 50, 300, 500 – wir wissen es nicht!
Sonnenuntergang in Sunset BeachWir gehen zurück. Aus den Gärten zieht ein Grillduft an uns vorbei. Wir bekommen Hunger.
Es kann losgehen. Braai ist reine Männersache. Es ist eine Mission. Hier grillt man noch mit Holz und spritzt auch kein Bier über das Fleisch. Schade eigentlich! Auf keinem Braai fehlt die Boerewors (Afrikaans: Burenwurst), die südafrikanische Bratwurst, die wie eine Schnecke zusammen geringelt ist und für viele Europäer zunächst einen gewöhnungsbedürftigen Geschmack besitzt. Sie besteht klassischerweise aus Rind- und Schweinefleisch und wird kräftig mit Thymian, Koriander, Muskatnuss und Worcestersoße gewürzt. Auch bei uns ist sie dabei. Außerdem gibt es Süßkartoffeln und Lamm. Jetzt zieht auch durch unseren Garten der Geruch von brutzelnden Delikatessen. Ein wunderbarer Abschluss der kleinen kulinarischen Reise durch Kapstadt.

5 Kommentare:
Mir läuft gerade das Wasser im Munde zusammen. Was bleibt Knut aus Berlin? Die Mensa II der Freien Universität Berlin - pffffff. Leider kein Tafelberg und auch kein Strand. Für alle die sich nicht in Kapstadt befinden, hier der Speisplan: http://www.studentenwerk-berlin.de/mensen/speiseplan/fu2/index.html
Julchen....auch ich werd neidisch!!!...Nuja, gaaanz kurz, denn gleich gibt's wieder tropische Früchte in Hülle und Fülle, samt Curd versteht sich. Als Hauptgang - klar was sonst - diverse Currys. He, aber ich liebe Sie und es wird mir nicht eintönig ;)
Malediven.....wir kommen - die Fische werden uns von oben sehen und die Sonne nur unsere Rückseiten - schnorcheln forever!!
Und ich habe grade noch vorhin gesagt, dass ich mich schon so darauf freue, Kapstadt auch kulinarisch zu erobern!
Mike und ich frönen dann auch gleich den lukullischen Genüssen der indischen Küche mit Dhal, Rice, Curd und Samosa. Accha hai! (hindi: Das ist gut)
Hey Martia, bin echt froh, dass ich überhaupt wieder Curry essen kann. Du einnerst dich, das Curry im Arbeitslager in Tangalle - Morgens, Mittags, Abends - da gab es einen grund zur Flucht, wa?
Nadja, vielleicht finden wir ja auch einen Laden mit Sabjie, na ja du weißt schon, was ich meine.
MÄDELS. EIN TOAST AUF DIE CURRIES!
uiuiuihh...das klingt aber alles lecker. nein, ich meine nicht das mensa-essen!! hmm..aber seit ich nicht mehr rauche könnte mir wahrschienlich sogar das schmecken. hauptsache orale ersatzbefriedigung :-) ganz liebe grüße und 1000 drücker von der wirren silke, die endlich nach wochen mal wieder ihr passwort vom mittlerweile zweiten account weil sie bereits das erste vergessen hat, eingefallen ist :-)
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