
Bjoern, Jule und der Tafelberg beim Sonnenuntergang
Erst mal geht’s nach Hause. Ich bekomme saure Apfelringe, Knusperflocken, Espresso, Teewurst und einen Milchschäumer. Jetzt ist die Welt in Ordnung. Milo verliebt sich in Björn und Björn ist vom elektrischen Garagentor fasziniert. Auch gut!

Björn erobert Kapstadt
Unser erster Ausflug führt uns zum Kap der guten Hoffnung. Hier an der Landspitze der Kap-Halbinsel bietet sich ein atemberaubender Blick auf das Meer und den Küstenabschnitt zwischen der False Bay und dem Danger Point. Als Aussichtspunkt dient das Fundament des 1867 erbauten (aber nicht mehr existierenden) Leuchtturms. Exakt 209 Meter tiefer brandet die See gegen die schroffen Felsen. Eine Landschaft mit Legenden. Hier verschwand angeblich das Schiff des Fliegenden Holländers spurlos, als er versuchte das Kap der Guten Hoffnung zu umrunden. Wir fahren weiter und genießen die schroffe Landschaft und dabei übersehe ich fast diesen Riesenvogel mitten auf der Straße. Oh Gott, ich hätte fast einen Strauß überfahren. Was stellt er sich auch mitten in den Weg. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass das Gehirn eines Straußes kleiner als das Auge ist.

Willkommen zur Weinprobe
Unser nächstes Ziel heißt Stellenbosch, die zweitälteste Stadt (nach Kapstadt) mit der ältesten Universität Südafrikas. Hier herrscht ein echtes Campus-Leben. Studenten sitzen auf den Wiesen, lesen schlaue Bücher oder trinken in den vielen kleinen Cafés einen schönen Latte. Hier würde ich glatt auch noch mal studieren. Rundum Stellenbosch befinden sich die zahlreichen Weingüter. Weiße Gutshäuser mit geschwungenen Giebeln, tief gezogene Reetdächer und die Weinhänge explodieren jetzt im Herbst in allen Rot- und Gelbtönen.
Wir starten unsere „Tour der guten Tropfen“ und das funktioniert so: Wir kehren in eine der vielen Weingüter ein, bezahlen einen Euro (oder auch nichts) und schon stehen zwischen fünf und acht Weine zum Testen bereit. Hicks! Zunächst lernen wir, wie man richtig Weine testet. Erst die Farbe prüfen, dann die ganze Nase in das Weinglas stecken und riechen, dann noch mal gucken, dann nippen und zum Schluss ganz intelligente Sachen sagen wie zum Beispiel: „Hmm, dieser rubinrote Wein hat ein schönes Fruchtaroma, ist aber ein wenig schwer im Abgang“. Nach zwei bis drei Weingütern hat sich Björns Zustand stark verändert. Und ich habe dann ganz nüchtern den verschwipsten Björn nach Hause gefahren.

Kurze Pause am Fluss
Surfen, Strand und Sushi – so und so ähnlich verlaufen unsere nächsten Tage. Und dann ist endlich Wochenende und das heißt Kraxeln in den Cederbergen. Und Wandern ist ja schließlich in!

Madzda "Willie" irgendwo in den Cederbergen
Mit unserem kleinen Madza geht es Richtung Norden. Wir lassen den Tafelberg und die gerade aufwachende Stadt hinter uns. Schon nach kurzer Zeit verändert sich die Landschaft, mal karg, mal schroff und dann wieder strahlen die Weinhänge in der morgendlichen Sonne. Wir verlassen die Autobahn, die Gegend wird steiler und die Straßen schlechter – so schlecht, dass wir nur noch mit 30 km/h die Pässe überqueren können. Welcome to Africa.

Was für eine Aussicht
Wir übernachten in Citrusdal, ein süßlich schwerer Duft liegt in der Luft Wie der Name schon sagt, reiht sich in dem fruchtbaren Tal ein Zitrusfruchhain an den nächsten. Wir probieren die erstaunlich großen Orangen direkt vom Baum. Jetzt weiß ich endlich, wie Orangen wirklich schmecken.

Was für Feldformationen
Es kann losgehen und zwar zu Fuß. Unser Ziel ist der Wolfberg Arch, eine sehr skurrile Felsformation. Wir können uns entscheiden: die einfache Tour, dafür aber mit wunderschönen Aussichtspunkten oder die schwierige und abenteuerliche Tour. Da man braucht man nicht lange nachdenken.
Ich blicke nach oben und denke: „ Mensch das ist aber ganz schön hoch und steil“. Die zwei Gipfelstümer machen sich auf den Weg. Es geht steil nach oben, es ist anstrengend aber der Blick in die Weite ist einmalig. Wir kommen am Fuße des Wolfberg Arch an. Jetzt erst verstehe ich, was mit Abenteuer gemeint ist.

Große Schlucht, kleine Jule
Mir ist mulmig und ich muss vor Angst erst einmal Pipi doch dann geht’s los: Zunächst klettern wir in eine Höhle, schlängeln uns durch ein winziges Loch (Dicke Menschen bleiben darin garantiert stecken). Oh Gott und so geht es die ganze Zeit weiter.

Ein Hamburger quetscht sich durch den Kamin
Räuberleiter, hochziehen, runterhelfen, durchquetschen, wie eine Affe entlang baumeln – hier ist wirklich Vertrauen gefragt. Wir wandern durch riesige Schluchten, an steilen Felswänden hinauf und erreichen nach vier Stunden den Gipfel. Wow! Natur pur. Diese Weite, dieses schroffe Gebirge - das ist Afrika. Es ist so traumhaft schön und das ist erst der Anfang von Björns Urlaub ...

Wahre Männerfreundschaft

2 Kommentare:
Hach, Fernweh übermannt mich! Schöne Bilder, schöne Beschreibungen...einfach schön.
Gerade zum dritten mal gelesen, genau so wars` . Wird man ganz wehmütig. Snif, auch 33 Grad in Berlin können das nicht ausgleichen :( - sagt
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