Montag, 23. April 2007

Mein neues Haus am Strand und Haialarm beim Surfen

Momentan habe ein eigenes Apartment mit dem kompletten südafrikanischen Schnickschnack. Dazu gehören: ein automatisch öffnender Zaun, zwei Alarmanlagen und Schlüssel, die sich falsch herum drehen. Nur der Pool fehlt. Komisch! Gratis gibt es noch einen traumhaften Blick auf den bezaubernden Tafelberg, dem ich zu Füßen liege. So kann ich den ganzen Tag beobachten, wie die Wolken über das Dach ziehen und sich die faulen Touristen mit der Schweizer Seilbahn hoch kutschieren lassen. Was ich allerdings noch nicht besitze, ist ein Auto. Leider! So bin ich mit dem Fahrrad unterwegs. In die Stadt brauche ich nur fünf Minuten. Lasse ich dieses Luxus-Bike einfach laufen und höre nebenbei nur Stimmen: „Hey, nice bike!“ Der Weg zurück ist eine Trainingsroute für die Tour de France. Hinauf geht es schnaufend, schwitzend und fluchend Richtung Tafelberg. Ist es eigentlich verwunderlich, dass ich noch nie ein anderes Fahrrad gesehen habe.

Aber ich bleibe am Tafelberg nicht wohnen. Mein neues Zuhause heißt ab dem 1. Mai Sunset Beach. Ich ziehe in ein schnuckeliges Traumhaus in einen Vorort von Kapstadt, zu Fuß nur fünf Minuten vom Strand entfernt. Dieser kleine Palast hat einfach alles. Zwei supernette Mitbewohner, einen Pool, einen Wintergarten, einen Palmengarten und zwei Garagen. Zum Inventar gehört außerdem ein zauberhafter Hund, der auf den Namen Milo |sprich: Meilo| hört.

Milo am Strand und im Hintergrund der mächtige Tafelberg

Mein zweites Wochenende begann mit einer Weintour. Vor mehr als 350 Jahren haben die Hugenotten hier den ersten Wein in der Kapregion angepflanzt. Inzwischen produziert Südafrika Spitzenweine. Zu den bekannten Weinanbaugebieten gehören Paarl und Stellenbosch. Hier reiht sich ein Weingut nach dem anderen. Unsere Weintour begann in Paarl, in einem der größten Weingüter des Landes. Viele der hier produzierten Weine finden wir auch in den Regalen deutscher Supermärkte. Auf jedem Gut gibt es eine Degustation von vier bis sechs Weinen. Hier lernten wir, wie man Weine richtig verkostet und woran man gute Weine erkennt. Wir haben an diesem Tag drei Weingüter besucht. Und so ist es dann klar, dass man am Ende nicht mehr weiß, ob man gerade einen Rot- oder einen Weißwein trinkt.



Ein Weingut in Stellenbosch


Am Sonntag bin ich mit meinem zukünftigen Mitbewohner Hannes nach Muizenberg zum Surferstrand gefahren. Er wollte ein Surfstunde nehmen und ich erst einmal nur entspannen. Denn noch habe ich weder einen Neoprenanzug noch Kontaktlinsen, die bei diesem Sport nicht fehlen dürfen. Vorerst dachte ich: Gott sei Dank! Denn kurz nachdem wir angekommen sind, kreisten plötzlich Hubschrauber über der Küste, Boote scheuchten alle Surfer aus dem Wasser und die rote Flagge wurde gehisst. Haialarm in Muizenberg! Schwamm ein Hai wirklich in der Bucht oder hat ein Surfer ihn sogar gesehen? Nach ca. zwei Stunden gab es dann Entwarnung. Ein Surfer hatte eine Robbe mit einem Hai verwechselt und so schnappten sich die Surfer wieder ihre Bretter und paddelten ins Meer hinaus und ich wäre gern mitgepaddelt! Schade!

Donnerstag, 12. April 2007

Willkommen in Kapstadt




Hier bin ich nun in Kapstadt: Zwischen Tafelberg und Atlantik glitzert die Drei-Millionen-Metropole. 320 Sonnentage, Wellen, guter Wein und ein Mix aus moderner Skyline und kolonialer Architektur machen jedes Fernweh-Herz schwach. Und so wurde auch ich mal wieder schwach. Nach einem kilometerlangen Fußmarsch am Londoner Flughafen Heathrow und nach elf Stunden Flug mit einer Portion James Bond und Tomatensaft in der quetschigen Touristenklasse bin ich am Kap der guten Hoffnung sanft gelandet.

Vorerst wohne ich in einem hübschen Vorort mit Blick auf einen glasklaren Swimmingpool, Palmen und einem riesigen Grill. Die Sonne brennt und ein paar Schäfchenwolken verzieren den Himmel und streifen sanft über den Tafelberg.. Der erste Tag führte mich natürlich gleich Downtown. Ich habe meinen Lieblings-Smoothie (Royal Hawaii) geschlürft und bin damit ganz lässig wie eine echter Local durch die Straßen gelaufen. Danach habe ich meinen Lieblings-Supermarkt aufgesucht. Eigentlich nichts Besonderes. Aber für mich ist das der perfekte Beginn einer großen Liebe zu einer traumhaften Stadt. Cape Town I love you!